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Deutsches Reinheitsgebot

Im April hat das Deutsche Reinheitsgebot Geburtstag – und war über 500 Jahre ein Spiegel des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

In der Kaiserzeit war das Bier der soziale Kitt – das Gemeinschaftsstiftende. Solche Merkmale findet man heute nur noch in kleinem Kreis oder in Süddeutschland (Oktoberfest, Biergärten, …).

 

Schon bei Luther wurde Essen und Trinken moralischer – und damit auch das Biertrinken als sündig diskutiert.

Diese Absichten hatte das Deutsche Reinheitsgebot garnicht. Ursächlich sollte es nur den Verkauf fördern (heute würden wir das die Einführung eines Labels nennen) und unliebsame Konkurrenz ausschalten (Geiz war schon damals nicht geil).

 

Gunther Hirschfelder hat darüber ein interessantes Buch geschrieben – er bezeichnet Bier als das erfolgreichste Konsumprodukt …

… denn es ist aus der Geschichte der Menschheit nicht wegzudenken. In schwach gegärter Form war es das tägliche Getränk für alle Alters- und Standesgruppen im Mittelalter, später Gemeinschaftsgetränk, heute hat es Szenecharakter.

Auf unserem Foto der Welt ist die Reproduktion einer Ansichtskarte von 1913 zu sehen, auf der eine romantisch-verklärte Darstellung des Biergenusses zelebriert wird.

 

Das Bild ist so kitschig, dass es schon wieder interessant ist – und damit perfekt in unsere wöchentliche Ausstellung passt :-)

 

Möchten Sie dieses Foto geschenkt haben? Dann kommen Sie einfach in dieser Woche bei uns vorbei.

 

http://diefotografen.de/FdW

Bild: cc0-1.0, Brück & Sohn Kunsterverlag Meißen

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:16136-Meißen-1913-Gardereiter_Im_Quartier-Brück_%26_Sohn_Kunstverlag.jpg

Lizenztext: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode